• Wojtek Klakla, 2005
    Wojtek Klakla, 2005
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    Wojtek Klakla, 2005
  • Wojtek Klakla, 2005
    Wojtek Klakla, 2005
  • Wojtek Klakla, 2005
    Wojtek Klakla, 2005
  • Wojtek Klakla, 2005
    Wojtek Klakla, 2005

Wojtek Klakla


1967 in Polen geboren
1987-1992 Studium an der Kunstakademie in Krakau
Seit 1997 lebt und arbeitet er in Freiburg

Einzelausstellungen:

2009 "Short Stories", Galerie Leuenberger, Zürich
Gallery La Courette, Dufort / Frankreich
Galerie Bagnato, Konstanz / Deutschland
2007 Bundes-Medienzentrum SRG SSR idée suisse,
Bern Galerie Leuenberger, Zürich
atelier Fribourg-Nord
2006 Atelier "Fribourg Nord"
2005 Galerie ONO, Bern
2004 Galerie Leuenberger, Zürich
2004 Galerie art cadres, Fribourg
2003 Galerie Kunstreich, Bern
2002 Galerie Leuenberger, Zürich
2002 Galerie de la Cathedrale, Fribourg
2001 Galerie art cadres, Fribourg
2001 Kantonsspital, Fribourg
1999 Galerie art cadres, Fribourg

Gruppenaustellungen

2007 Förderkreis Kunst und Kultur, Hilzingen / Deutschland
"ArtPosition", Payerne
"Gestes éphéméres",
"SENHsOHR", Dampfzentrale, Bern
2006 art-und-bussines, "Bilder des Jahres 2005" Warschau/Polen
2005 Fri-Art, Kunsthalle Fribourg
2003 "expo ABM", Fribourg
2003 "intercity", Wlodkowic University, Plock, Polen
2002 Museum X.Dunikowski, " Bilder des Jahres 2001", Warschau, Polen
2000 Projekt Hills’2000, Krakau, Polen
1999 "climat 16", Uni Fribourg
1998 "Die Nachfolger", Fribourg

Seit 1999 Performance (zuhause).
Unter anderen: „Integrations-Chili-Suppe“, „3-Tage Silvester-Performance“,
„Ostern für Anfänger“


Kritik zur Ausstellung in der Galerie-Bagnato im Juli 2009 im Südkurier:
17.07.2009

Humor ist die Konstante in Wojtek Klaklas Werk. Hier hat er sich auf den Schoß von Jörg Immendorf gesetzt.

Der Künstler ist bei der Arbeit. Wojtek Klakla steht, den Rücken zum Betrachter, vor einer riesigen Leinwand, auf der eine mit kräftigen Pinselstrichen ausgeführte abstrakte Komposition entsteht. Ein Bild im Bild. „Junge Maler malen wieder abstrakt“ nennt Klakla das großformatige Gemälde. Und es ist bezeichnend für den Humor des 1967 in Polen geborenen Künstlers, dass in der gesamten Ausstellung in der Galerie Bagnato kein einziges abstraktes Gemälde zu finden ist.

Klakla geht fast immer mit einem Augenzwinkern ans Werk, insbesondere dann, wenn er sich in seinen Bildern mit bedeutenden Künstlern und Stilrichtungen auseinandersetzt. Auf die Spitze treibt er es mit einer unbemalten, weißen Leinwand. „Wo sind die Skifahrer?“, heißt das Werk, das die monochrome Malerei persifliert. 4000 Euro muss investieren, wer es erwerben will.

Erheblich subtiler fällt Klaklas Kommentar zu Marcel Duchamp aus, der einst ein Pissoir zum Kunstobjekt erhob. Wir ertappen einen Mann – es handelt sich um ein weiteres Selbstportrait des Künstlers – beim Urinieren. In Klaklas fotorealistischem Gemälde wird Duchamps Pissoir wieder seinem ursprünglichen Verwendungszweck zurückgeführt.

Nach einem Studium an der Kunstakademie in Krakau lebt und arbeitet Klakla seit 1997 in Fribourg. Von 1997 bis 2002 leitete er dort die Galerie art cadres, bevor er sich wieder ganz auf seine eigenen Bilder konzentrierte. Die Galerie Bagnato ermöglicht ihm jetzt die erste Einzelausstellung in Deutschland. Und hier zeigt sich der Wahlschweizer auch als durchaus politischer Künstler.

Beim Rundgang stoßen wir auf ein lebensgroßes Portrait des ehemaligen Schweizer Bundesrats Christoph Blocher. Weiße Schafe seien ihm lieber als schwarze, hatte der Rechtspopulist im Wahlkampf mit Blick auf die Ausländerproblematik postuliert. Klakla malt die entsprechende Szene. Blocher hält ein weißes Lämmchen auf dem Arm. Direkt daneben, quasi als Spiegelbild, ein Schwarzer, der ein schwarzes Schaf trägt. Auch zum Irakkrieg und zum Thema Computerspiele bezieht Klakla Stellung. Ein Soldat stürmt auf den Betrachter zu, das Gewehr im Anschlag. Links von ihm eine Reihe von Leichensäcken, rechts Pixelsymbole eines Computerspiels. Auch mit von der Partie: ein schwules Männerpaar mit Glatze und Springerstiefeln.

Wiederholt bezieht Klakla den Betrachter in seine durchgängig mit Acrylfarben gemalten Bilder mit ein. Eine junge Frau dreht sich um, das Fotohandy zum Schnappschuss bereit: Bitte recht freundlich! Düster wird es auf der oberen Empore. Das Bild zeigt einen unbekleideten Mann mit einer Pistole, begleitet von einem unheimlich wirkenden Schatten. Der Kopf des Mannes ist nicht zu sehen, auch er löst sich im Schatten auf. Dieses Bild, 2009 entstanden, trägt den Titel „Crisis Year“ und ist nicht nur unter malerischen Gesichtspunkten eines der beeindruckendsten Werke der Ausstellung. Und einmal mehr wird auch die große stilistische Bandbreite, die Klakla beherrscht, sichtbar. Gleich daneben findet sich ein Gruppenportrait. Doch darf man hier überhaupt noch von einem Portrait sprechen? Anstelle der Gesichter der dargestellten Vorstandsmitglieder finden sich Freistellen. Noch einen Schritt weiter zeigt Klakla die „Top 100 Kunstkuratoren“ – ein weiteres Gruppenbild, diesmal auf durchnummerierte Silhouetten reduziert.

Doch zurück zu den Bildern, in denen sich Klakla mit der Kunstwelt beschäftigt. Einmal nimmt er auf ein Werk des italienischen Skandalkünstlers Maurizio Cattelan Bezug, ein anderes Mal sitzt er auf dem Schoß von Jörg Immendorff. Auch die Videokunst kommt nicht ungeschoren davon. Klakla zeigt eine ganze Leinwand voller Videobildschirme. Diese sind, natürlich, gemalt. Kurzum: Die Malerei hat auch hier gesiegt.

Florian Weiland